Hitler und der Wiener Prater

Was hielt Hitler von der Schaustellerei? Schwer zu sagen - und in einem Blog kaum abzuhandeln.
In ihrem Buch "Hitlers Wien: Lehrjahre eines Diktators" geht Brigitte Hamann auf Hitlers persönliches Verhältnis zum Volksvergnügen ein. Der Wiener Prater ist in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg der Treffpunkt der kleinen Leute: Dienstboten, Soldaten, Arbeiter, Handwerker aus allen Regionen des alten österreichischen Vielvölkerstaates.
Zitiert wird Hitlers Jugendfreund August Kubizek: "Er begriff die Leute nicht, die ihre kostbare Zeit mit solch läppischen Zeug vertrödelten. Wenn vor einer Schaubude mit irgendeiner Attraktion das Volk in brüllendes Lachen ausbrach, schüttelte er nur emport den Kopf über so viel Dummheit und fragte mich zornig, ob ich begreifen könne, warum diese Menschen lachen." Und: "Außerdem widerte ihn das bunte Gemisch von Wienern, Tschechen, Madjaren, Slowaken, Rumänen, Kraoaten, Italienern und weiß Gott was noch, das sich durch den Prater drängte, auf das heftigste ab." "So sehr er mit den kleinen Leuten fühlte, konnte er sich dies nicht weit genug vom Leibe halten"
Andere Zeugen bestätigen die vielzitierte Legende, daß die prächtige und präzise Orgel der Grottenbahn die armen Musikliebhaber Wiens mit Opernmusik vertraut machte und Musikstudenten sich nach ihren Klängen im Partiturenlesen übten
Den Klang der erstklassigen Orgel konnte man in allen 18 Themenräumen der Grottenbahn hören. Die Räume waren phantastisch ausgeschmückt, z.b. mit Sujets aus der Oper "Freischütz" und "Parsifal".
Nachdem er eine Szene aus Tannhäuser gehört hatte, "habe Hitler danach seinen Kollegen auf dem Heimweg die Handlung erklärt und einige Passagen vorgesungen" "Hitler habe gemeint, Mozart passe besser in alte sentimentale Zeiten und habe sich überlebt. Wagner sei dagegen ein Kämpfer gewesen - und außerdem beschäftige das größere Orchester mehr Leute." Die Praterattraktion mußte Hitler als schwacher Ersatz für vermißte Opernbesuche dienen"
(Reinhold Hanisch: I was Hitler's Buddy)
Ein anderer Zeitgenosse (Josef Greiner, 1947): "Zur Wagner-Musik fühlte er sich ungemein hingezogen, und wir weilten oft stundenlang vor der Grottenbahn "Zum Walfisch", die eine der schönsten Orgeln im Prater besaß, auf der die Tannhäuser- und Holländer-Ouverture besonders gut zur Geltung kamen."
Zur Abwechslung _schöne _ Gedanken zum Wurstlprater


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